Die Förderung der MINT-Bildung ist ein wichtiger Bestandteil des schulischen Profils der Freiherr-vom-
Stein-Schule Immenhausen. Als kooperative Gesamtschule mit Gymnasial- und
Mittelstufenschulzweig sowie als offene Ganztagsschule versteht sich unsere Schule als Lernort, der
Kinder und Jugendliche auf eine zunehmend technisierte, digitalisierte und naturwissenschaftlich
geprägte Lebens- und Arbeitswelt vorbereitet. MINT-Bildung bedeutet für uns nicht nur die
Vermittlung von Fachwissen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, sondern
vor allem die Förderung von Neugier, Problemlösefähigkeit, Experimentierfreude, Selbstständigkeit
und Teamfähigkeit.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Fach Naturwissenschaften, das seit dem Schuljahr 2013/14 im
Zusammenhang mit der Aufbaustufe an der Schule unterrichtet wird. Es knüpft an das
Sachunterrichtswissen der Grundschule an und führt die Schülerinnen und Schüler altersgemäß an
biologische, physikalische und chemische Fragestellungen heran. Dabei werden Alltagsphänomene
aufgegriffen, geordnet und fachlich erklärt. Diverse Alltagsthemen ermöglichen einen lebensnahen
Zugang zu naturwissenschaftlichem Denken. Besonders bedeutsam ist, dass Biologie, Physik und
Chemie nicht isoliert betrachtet, sondern miteinander vernetzt werden. So erkennen die
Schülerinnen und Schüler früh, dass naturwissenschaftliche Fragen häufig mehrere Fachrichtungen
berühren.
Der Unterricht ist stark handlungs- und praxisorientiert angelegt. Experimente, Beobachtungen,
Vergleiche, Modelle und praktische Untersuchungen nehmen einen großen Stellenwert ein. Je nach
thematischem Schwerpunkt findet der Unterricht in den Fachräumen für Biologie, Chemie oder
Physik statt. Im Jahrgang A7 stehen beispielsweise physikalische Fragestellungen zum Thema
Bewegung sowie chemische Grundlagen im Mittelpunkt. Dadurch erwerben die Schülerinnen und
Schüler nicht nur fachliches Wissen, sondern auch wichtige Kompetenzen im sicheren Umgang mit
Materialien, Geräten und Versuchsanordnungen.
MINT-Förderung an unserer Schule ist eng mit dem pädagogischen Gesamtkonzept verbunden. Das
Konzept „SchuleNeuDenken“ legt Wert auf flexible Lernräume, moderne Technologien, individuelle
Lernwege und eine enge persönliche Begleitung. Gerade im MINT-Bereich sind diese Aspekte
bedeutsam: Schülerinnen und Schüler sollen eigenständig planen, ausprobieren, dokumentieren,
Ergebnisse auswerten und ihre Lernfortschritte reflektieren. Digitalgestütztes Lernen unterstützt
diesen Prozess. Die Lernplattform Scobees, die Arbeit mit Wochenplanung und Lernzielen sowie der
ab Jahrgang 5 angebotene „iPad-Führerschein“ fördern digitale Grundkompetenzen und bereiten die
Lernenden auf Anforderungen der modernen Arbeitswelt vor.
Auch in der Berufs- und Studienorientierung zeigt sich der MINT-Schwerpunkt deutlich. Die Schule
versteht Berufsorientierung als fortlaufenden Prozess, der sowohl die Veränderungen der
Arbeitswelt als auch die individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt.
Dazu gehören unter anderem Arbeitslehreunterricht, Zukunftstag, Kompetenzfeststellungsverfahren,
Betriebspraktika, Wahlpflichtunterricht, die durchgängige Nutzung digitaler
Medien, Lernpartnerschaften mit Betrieben, praktische Zusammenarbeit mit Unternehmen,
Bewerbertraining, Berufsmessen sowie die Teilnahme am MINT-Projekt. Der Berufsinfopoint
unterstützt Schülerinnen und Schüler zusätzlich bei Fragen zu Praktikum, Ausbildung, Studium und
Bewerbung.
Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern ist dabei ein wichtiger Baustein. Kontakte zu
Unternehmen und Einrichtungen mit technischem, handwerklichem oder naturwissenschaftlichem
Bezug eröffnen den Schülerinnen und Schülern Einblicke in reale Berufsfelder. Kooperationen,
Praxistage, Berufsmessen und Bewerbungsverfahren mit Partnerunternehmen machen deutlich, wie
MINT-Kompetenzen in Ausbildung, Studium und Beruf angewendet werden. Dadurch wird MINT-Bildung
nicht abstrakt vermittelt, sondern mit konkreten Zukunftsperspektiven verbunden.
Die MINT-Förderung passt zudem zu den Leitwerten der Schule. Die im Leitbild benannten Werte wie
Zukunftsverantwortung, Begeisterung, Mut, Kommunikation, Wertschätzung und Miteinander lassen
sich im MINT-Unterricht besonders gut erfahrbar machen. Wer experimentiert, forscht und
technische Lösungen entwickelt, braucht Mut zum Ausprobieren, die Bereitschaft aus Fehlern zu
lernen, Freude am Entdecken und die Fähigkeit, im Team zu arbeiten. Im Leitbild der Schule wird
außerdem eine Lernkultur deutlich, in der Kinder und Jugendliche ihre Fähigkeiten entdecken,
Neugier bewahren, aus Fehlern lernen und durch geeignete Lernstrategien selbstständig arbeiten
können.
Ziel unserer MINT-Arbeit ist es, alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrem Bildungsgang
für naturwissenschaftlich-technische Fragestellungen zu sensibilisieren und ihnen tragfähige
Grundlagen für ihre weitere schulische, berufliche und persönliche Entwicklung zu vermitteln. Dabei
stehen nicht nur leistungsstarke Schülerinnen und Schüler im Blick, sondern alle Kinder und
Jugendlichen mit ihren unterschiedlichen Interessen, Stärken und Lernwegen. Im September 2026 wurde die Freiherr-vom-Stein-Schule für ihr Engagement als MINT-freundliche Schule ausgezeichnet.

