Die Klasse 7b des Gymnasialzweiges der Freiherr-vom-Stein-Schule Immenhausen lernt auf ganz besondere Weise: Im Videodialog mit den Rentierzüchtern Mika und Satu in Kuusamo, das zu Lappland gehört. Die Klasse hat die Patenschaft von Rentier „Elmar“ übernommen und wird sein Leben vor allen Dingen über englischsprachige Videochats ein Jahr lang begleiten. „Der Praxisbezug wird in den Fächern Geografie, Biologie und Englisch im Zusammenhang mit der Nutzung digitaler Technik hergestellt und soll auch die Freude am Lernen durch reale Situationen fördern“, so Gymnasialzweigleiterin Julia Metze. Die Sprache kommt praktisch zur Anwendung, soll ihre verbindende Kraft entfalten und den Kindern auch näherbringen, warum es sich lohnt, gut Fremdsprachen zu lernen.
Geplant sind aktuell vier Live-Videocalls der Klasse. „Die Klasse erhält einen Überblick die Jahreszeiten und den Jahreslauf einer Rentierfarm. Nach einem ersten Gespräch im August, geht es im November bei einer längeren Schalte nach Finnland mit den Wintervorbereitungen weiter. Im Frühjahr geht es thematisch um das Entlassen von Elmar in die freie Natur. Dabei wird das Klassen-Rentier ein GPS-Halsband tragen, durch das die Klasse jederzeit beobachten kann, wo Elmar sich aufhält, welche Wanderwege er durch Lappland zurücklegt. „Im Sommer streifen Rentiere durch die Wälder Nordskandinaviens, im Herbst kehren sie von alleine zu den Farmen ihrer Heimatregion zurück und verbringen dort den Winter“, berichtet Lehrerin Julia Metze.
Fördervereinsvorsitzender stellt Kontakt über Reiseveranstalter „vianova“ her
Die Idee hatte Stefan Luttmann, Vorsitzender des Fördervereins der Gesamtschule Immenhausen. In seiner Tätigkeit als Geschäftsführer des Reiseveranstalters „vianova“ organisiert er auch Erlebnisreisen in Finnland, die vom Flughafen Kassel-Calden starten, der in der Nähe von Immenhausen liegt. Die nächsten Flüge starten im Januar und Februar 2027. Stefan Luttmann: „Unsere Gäste machen eine Rentierschlittenfahrt, füttern die jungen Rentiere und hören viele spannende Geschichten am offenen Feuer von Mika.“ Reisegästen erklärt er über die Geschichte, Tradition und Kultur der Sami im hohen Norden.
Seit 10 Jahren ist Rentierfarmer Mika Partner der „vianova“ in Lappland, wo seine Familie seit sechs Generationen Rentiere züchtet. „Ich wollte die Erfahrung des Kennenlernens einer anderen Kultur und Sprache verbinden mit einem Bildungserlebnis an der Gesamtschule in Immenhausen, die meine Tochter auch besucht hat“, so Luttmann. Und so ist die Klasse G7b jetzt die erste hessische Schule, die die Patenschaft für eines von Mikas Rentieren hat. Eine weitere Schule gibt es in Thüringen. Der Reiseveranstalter übernimmt auch die Kosten für das Projekt und zahlt das Futter für das Rentier. „Uns geht es darum, Menschen zusammenzuführen und den Kindern eine authentische Person für den Austausch in Englisch für einen anderen Unterricht zur Verfügung zu stellen“, so Luttmann.
Vielfältige Chancen für den Unterricht
Der Nutzen für den Unterricht ist vielfältig und die digitalen Möglichkeiten sollen zu einer realen Erfahrung führen. Metze: „Wir bieten durch den Kontakt zu Mikas Familie einen unmittelbaren Einblick in andere europäische Kulturen und die finnische Lebensart, das Leben in abgelegenen Naturgebieten, Schulleben und Freizeitmöglichkeiten in anderen Ländern, denn auch die Kinder von Mika und Satu werden in den Kontakt einbezogen.“ Außerdem kommen Themen wie Nordlichter, arktischer Norden, Leben am Polarkreis, Einfluss des Golfstroms, Klimawandel und seine Auswirkungen wortwörtlich ins Gespräch.
Fotos: Leitschuh / vianova





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