Die Freiherr-vom-Stein-Schule hat für die Klasse M10a einen Workshop bei den sechsten hessischen Aktionstagen #SchuleFürPressefreiheit angeboten. Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit traten wieder Medienexpertinnen und -experten mit Schülerinnen und Schülern in den Dialog. Die Workshop-Angebote greifen aktuelle Herausforderungen auf.
Elisabeth Czech bot den Workshop „ Journalismus und Demokratie – Welche Bedeutung haben Nachrichten?“ an. Fragen waren: Wie arbeiten Journalistinnen und Journalisten eigentlich? Wie bekommen Medien ihre Infos? Dürfen die Medien einfach berichten, was sie wollen? Elisabeth Czech, Regionaljournalistin aus dem hr-Studio Kassel, berichtete über ihre Arbeit und warf gemeinsam mit der Klasse einen Blick hinter die Kulissen des Journalismus. Beworben hatte sich Deutschlehrerin Petra Bruntsch: „Die Schülerinnen und Schüler konnten in vier Stunden selbst ausprobieren, wie man mit der Nachrichtenflut umgeht, was journalistische Standards sind und wie man Fake News erkennt.“
Am Anfang gab es ein Quiz zur Pressefreiheit. Danach ging es um den Unterschied zwischen öffentlich-rechtlichen Medien und private Medien, die Bedeutung unabhängiger Medien wie ARD / ZDF oder öffentlicher Radiostationen – was auch mit einem geschichtlichen Rückblick und Einblicke in die Vielfalt der medialen Landschaft verbunden war. Dann ging es in die Praxis. Lehrerin Petra Bruntsch: „Interviewübung zur Veranschaulichung journalistischer Tätigkeit am Beispiel einer echten Meldung wurden in Form eines Rollenspiels trainiert, inclusive Aufnahme des Interviews mit Kamera.“ Thema war ein Vorfall am Lohfelder Rüssel – Aufschlitzen von LKWs und Diebstahl von Waren. „Die Schülerinnen und Schüler übernahmen die Rolle von Polizei, LKW-Fahrer, Zeugen, Logistikunternehmen“, so Petra Bruntsch. Schließlich wurde das mit dem realen Beitrag in der „Hessenschau“ verglichen und in der Feedbackrunde geklärt, was in einem Bericht gehört oder nach Meinung der Schülerinnen und Schüler eher unwichtig ist. Schließlich wurden die Begriffe Informationsfreiheit, Zwei-Quellen-Prinzip, Gatekeeper im Zusammenhang mit neutraler Recherche und unabhängigen Journalismus definiert. Spannend wurde es beim Thema Fake-News und Fake-Videos. Trainiert wurde das Erkennen von Fake-Videos beispielsweise durch Quellenprüfung, Bildrückwärtssuche, VRL und Impressum. Nachrichten und Beiträgen auf Instagram und TikTok wurden ebenfalls untersucht. „Es kam zu einer kritische Reflexion von Reels hinsichtlich Kürze, Effekthascherei und Folgen des Konsums dieser auf die Konzentrations- und Urteilsfähigkeit“, so Bruntsch. Am Ende gab es Lob: Seitens der Klasse an die Referentin für einen spannenden Tag und von der Journalistin für die Gruppe wegen überzeugender Mitarbeit.
Die Aktionstage #SchuleFürPressefreiheit finden vom 4. bis 8. Mai statt. Die Angebote für Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse finden während der Unterrichtszeit statt. Die Veranstaltung ist Teil der bundesweiten Aktionen #PressefreiheitMachtSchule des Vereins Journalismus macht Schule.

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