Schulen aus ganz Hessen sind in Bensheim als „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“ ausgezeichnet worden. Der Hessische Minister für Kultus, Bildung und Chancen, Armin Schwarz, übergab die Siegel gemeinsam mit der bundesweiten Initiative „MINT Zukunft schaffen!“. Unter den Schulen war auch die Freiherr-vom-Stein-Schule Immenhausen. Schulleiterin Dr. Tina Hoffmann-Deist nahm an der Ehrung als „MINT-freundliche Schule“ zusammen mit Lehrkraft René Fey für die Schulgemeinde teil.
Die beiden Siegel gehen an Schulen, die Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – oder digitales Lernen – nachweisbar im Alltag verankert haben: von der Grundschule bis zur Berufsschule. Die Bewerbung ist freiwillig, eine Fachjury prüft anhand eines Kriterienkatalogs, das Siegel gilt drei Jahre. Dann muss die Schule zeigen, dass sie dran geblieben ist.
Mit den neuen Ehrungen tragen nun 210 hessische Schulen ein gültiges Siegel – 22 Prozent mehr als vor drei Jahren. Hessen liegt damit auf Rang 4 der 16 Länder, gemessen am Anteil ausgezeichneter Schulen an allen allgemeinbildenden Schulen. Bemerkenswerter ist eine andere Zahl: 92 Prozent der hessischen Schulen, die einmal ausgezeichnet wurden, holen sich das Siegel nach drei Jahren erneut – der höchste Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 86 Prozent). Die Auszeichnung ist in Hessen also keine Momentaufnahme, sondern der Beleg für Schulentwicklung, die trägt.
Neben den Schulen wurden 31 Menschen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kammern und Schulen als MINT-Botschafterinnen und -Botschafter geehrt. Sie engagieren sich ehrenamtlich dafür, dass Schülerinnen und Schüler in Hessen MINT nicht nur im Unterricht erleben – in Schülerlaboren, bei Unternehmensbesuchen, in Wettbewerben und Mentoring-Programmen. Bundesweit gehören dem Netzwerk mehrere tausend Botschafterinnen und Botschafter an; sie sind das Bindeglied zwischen ausgezeichneten Schulen und der Praxis.
Stimmen zur Ehrung
Armin Schwarz, Hessischer Minister für Kultus, Bildung und Chancen: “Allen heute ausgezeichneten Schulen gratuliere ich sehr herzlich. Sie machen MINT- Bildung und digitale Bildung in Hessen mit großem Engagement, viel Kreativität und klarer Zukunftsorientierung lebendig. Sie fördern Kompetenzen, die junge Menschen heute und morgen brauchen, und eröffnen ihnen vielfältige Chancen für ihren Bildungsweg, ihre Studienwahl und ihre berufliche Zukunft.”
Dr. Thomas Schneidermeier, Leiter des Schülerforschungszentrums Südhessen Bergstraße, Vorstand des Zentrums für Chemie e.V.: „MINT Zukunft e.V. ist eine herausragende Initiative in Deutschland, mit der ich schon lange vertrauensvoll zusammenarbeite. Es freut mich sehr, dass die diesjährige Ehrungsveranstaltung von 88 hessischen Schulen anlässlich der kurz bevor stehenden Eröffnung des Schülerforschungszentrums Südhessen Bergstraße (SFZS) in Bensheim stattfindet. Das SFZS ist ein außergewöhnliches Gemeinschaftsprojekt des Landes Hessen und des Kreises Bergstraße und sowohl architektonisch als auch konzeptionell ein Leuchtturm in der MINT-Landschaft. Hier werden zukünftig Schülerinnen und Schüler von klein bis groß u.a. in Kooperation mit Unternehmen, Universitäten und Hochschulen von morgens bis abends tüfteln und forschen“
Sabine Stuhlmann, stellv. MNU-Landesvorsitzende Hessen und MINT-Botschafterin: „Hinter jedem dieser Siegel stehen Lehrkräfte, die Fachlichkeit ernst nehmen und trotz voller Stundenpläne Räume für Experimentieren, Programmieren und Forschen schaffen. Ihnen gehörte heute der Applaus.“
Dr. Verena Weidmann, Managerin Bildung und Schulförderung, Fonds der Chemischen Industrie: „Begeisterung für MINT entsteht selten von allein. Mich hat damals mein Chemielehrer für die Naturwissenschaften begeistert. Oft braucht es eine Lehrkraft, ein spannendes Projekt oder ein Experiment, das Neugier weckt und junge Menschen staunen lässt. Die heute ausgezeichneten Schulen schaffen genau solche Erfahrungen und eröffnen jungen Menschen Zugänge zu einer faszinierenden Welt voller Entdeckungen – Wer junge Menschen für MINT begeistert, investiert in unsere gemeinsame Zukunft und trägt einen Teil dazu bei, dass wir die Herausforderungen von morgen meistern.“
Prof. Dr. Christoph Meinel, Vorstandsvorsitzender, MINT Zukunft schaffen!: “Vor neun Tagen hat PISA gezeigt, dass jeder fünfte 15-Jährige in Deutschland ohne Basiskompetenzen in Mathematik und Naturwissenschaften dasteht – und dass Jugendliche mit KI nur dann besser lernen, wenn ihnen jemand beigebracht hat, deren Ergebnisse zu beurteilen. Genau das ist Schularbeit, und Hessen zeigt, dass sie gelingt: Insgesamt 92 Prozent der einmal ausgezeichneten Schulen bestätigen ihr Siegel nach drei Jahren, der höchste Rezertifizierungs-Wert aller Länder, und zwar von der Grundschule bis zur Berufsschule, nicht nur am Gymnasium. Die Antwort auf PISA ist nicht das nächste Sonderprogramm, sondern Schulen, die MINT und den kritischen Umgang mit KI dauerhaft zu ihrem Kern machen. In Hessen gibt es davon jetzt 210.“
Fotos (c) Christin Rodriguez-Marin. Auf den Gruppenfotos der Schulen sind zu sehen v.l.n.r.: Dr. Markus Riefling (Wissensfabirk), Marius Galuschka (Christiani), René Fey (Fachlehrer Freiherr-vom-Stein-Schule Immenhausen), Tom Brenner (Stefan Morsch Stiftung), Stefan Ginthum (Hohenloher), Dr. Tina Hoffmann-Deist (Schulleiterin Freiherr-vom-Stein-Schule Immenhausen), Dr. Thomas Schneidermeier (Zentrum für Chemie).


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